Was sollte man beim Kauf eines Armeerucksacks beachten?

ArmeerucksäckeEin Armee-Rucksack kann ein klassischer grüner Bundeswehr-Rucksack sein oder ein Rucksack in Tarnfarben bzw. Flecktarn. Es kann sich jedoch auch um einen schwarzen Rucksack handeln. Das Militär nutzt nicht immer und automatisch Camouflage Muster. Alle Armeerucksacke der Bundeswehr oder der US-Army lassen sich heute auch im konventionellen Handel kaufen. Vor dem Kauf sollte man einige Überlegungen zum geplanten Nutzen des Rucksacks tätigen.

Armee-Rucksäcke kaufen – Worauf muss ich achten?

Der Unterschied von Armeerucksäcken zu gewöhnlichen Trekking- oder Schulrucksäcken besteht zum Beispiel in der optischen Gestaltung, dem Verschluss-System und dem Komfort bei der Tragegurt-Ausstattung. Als grundsätzliche Unterscheidung lassen sich bei Armeerucksäcken drei unterschiedliche Rucksacktypen unterscheiden:

  • der kleinvolumige Alltags- oder Cityrucksack in Militäroptik
  • der Wander- oder Jägerrucksack mit mehr Volumen und verstärkten Schultergurten
  • der militärische Kampfrucksack für lange Märsche und Trekkingtouren.

Ein militärisches Grün oder Flecktarn lassen noch nicht darauf schließen, dass es sich um einen Armee-Rucksack handelt. Der größte Vorteil von Armee-Rucksäcken liegt darin, dass diese Rucksäcke oft sehr preiswert, funktionell und robust sind. Manche Armee-Rucksäcke kosten allerdings auch eine schöne Stange Geld. Allein diese beiden Unterschiede weisen auf wichtige Parameter hin, die man als Käufer abchecken sollte.

Die wichtigsten Fragen vor dem Kauf eines Armeerucksacks:

  • wie viel Packvolumen ist gewünscht?
  • wie viel Eigengewicht darf der Armeerucksack haben?
  • für welchen Zweck soll der Armeerucksack gedacht sein?
  • aus welchem Material soll der Rucksack bestehen?
  • muss der Rucksack komplett wasserdicht oder wasserabweisend (imprägniert, innen laminiert, wasserdichter Boden) sein?
  • erfordert der Rucksack den Zukauf einer Regenhülle?
  • wie gut sollen Verarbeitungsqualität und Haltbarkeit des Armeerucksacks sein?
  • wie viele aufgesetzte oder innen liegende Taschen sind gewünscht?
  • soll es Befestigungsringe für weitere Lasten geben?
  • wie viel Tragekomfort (Gurtpolsterung, Hüftgurt etc) soll der Rucksack bieten?
  • soll der Rucksack verkleinerbar/vergrößerbar sein?
  • wie soll der Armeerucksack verschlossen werden?
  • sollen leicht erreichbare Außentaschen für Trinkflaschen gegeben sein?
  • soll der Armeerucksack gereinigt werden können?

Materialien

Die meisten Armeerucksäcke bestehen aus einem canvasähnlichen Material, das nicht wasserdicht ist. Es ist im besten Fall wasserabweisend und widersteht einem Nieselregen. Ist bei einem Armeerucksack eine Wassersäule angegeben – was selten der Fall ist – sollte diese mindestens bei 1300 mm liegen, um komplett wasserdicht zu sein. Gewebe-Imprägnierungen halten je nach Belastung des Rucksacks meist ein oder zwei Jahre. Dann haben sich einige Stellen durch Abrieb und Wettereinflüsse vom Zustand der Wasserdichte entfernt und müssen nachimprägniert werden. Oft sind frei liegende Reißverschlüsse eine Eintrittspforte für Nässe. Abhilfe schafft in diesem Fall nur eine wasserdichte Rucksackhülle. Es gibt allerdings auch Armeerucksäcke mit verdeckten Reißverschlüssen.

Das Packvolumen des Rucksacks (Größe und Gewicht)

Eine sehr wichtige Frage ist das Packvolumen eines Armeerucksacks. Dabei sind wir bereits beim gedachten Verwendungszweck. Die Faustregel für das Volumen lautet: Für Tagestrips, eintägige Stadterkundungen, Uni- oder Schulzwecke genügt ein Fassungsvermögen von 15 bis 25 Litern. Soll es um eine mehrtägige Wandertour gehen, sind mindestens 35 Liter Fassungsvermögen richtig. Für Camper, Backpacker oder Langstreckenwanderer sind Armeerucksäcke mit mindestens 50 Litern Fassungsvermögen sinnvoll.

Doch nicht nur das Volumen an sich ist wichtig, sondern wie der Rucksackhersteller dieses Volumen verwaltet. Bei manchen Bundeswehrmodellen gibt es nur eine große Haupttasche mit aufgesetzten Seitentaschen. Bei anderen Armeerucksäcken wirkt es so, als habe der Hersteller drei separate Packtaschen übereinandergestapelt. Dabei handelt es sich meistens um die Armeerucksäcke der Gebirgsjäger. Je größer die tragbare Last ist, desto wichtiger wird das Eigengewicht des Armeerucksacks. Es kann bei Regen noch zunehmen, wenn das Gewebe Nässe aufsaugt. Da die Unterschiede bei einzelnen Rucksackmodellen beträchtlich sein können, sollten Kaufinteressenten gegebenenfalls das mögliche Gesamtgewicht des Armeerucksacks ermitteln. Rucksackgewicht und Tragesystem wirken zusammen. Sie sollten daher aufeinander abgestimmt sein.

Organisation im Rucksack

Wie viele außen liegende Extra-Taschen und Innenfächer ein Armeerucksack haben kann, ist bei jedem Hersteller und jeder Rucksackgröße anders gelöst. Es lohnt sich also, die Ausstattung mit Innen- und Außentaschen genauer zu überprüfen. Bei Armeerucksäcken, die zum Wandern gedacht sind, sind zwei außen sitzende Trinkflaschentaschen sinnvoll. Es handelt sich dabei entweder um robuste Stofftaschen aus dem Rucksackmaterial oder um dehnbare Netzgewebetaschen. Platz für eine Isomatte und einen zusammengerollten Schlafsack bieten nur die Kampf- bzw. Armeerucksäcke mit großem Volumen und Trekkingqualitäten. Oftmals weisen Armeerucksäcke aber D-Ringe auf, mit denen sich weitere Gegenstände wie Isomatten, Trinkbecher, Kochgeschirre am Rucksack befestigen lassen.

Die citytauglichen Rucksackmodelle sind oft nur mit einer aufgesetzten Vortasche, gegebenenfalls einer kleinen Innentasche und einem großen Hauptfach ausgestattet. Organizer- oder Laptoptaschen sind häufig nicht integriert – und wenn, dann eher bei der größeren oder teureren Camouflage-Rucksäcken. Die Zahl und Lage der Außentaschen kann sich genauso unterscheiden wie die Innenaufteilung. Je besser organisiert ein Armeerucksack ist, desto leichter kommen die Nutzer an die wichtigen Dinge heran. Langes Herumsuchen entfällt. Außerdem lässt sich mit vielen Außentaschen die Gewichtsverteilung optimieren.

Einstellmöglichkeiten am Rucksack

Bei billigen Armeerucksäcken und Daypacks sind gelegentlich weder Hüft- noch Brustgurte zu finden. Wo sie vorhanden sind, sind sie oft nicht besonders komfortabel. Auch verstellbare Polsterungen fehlen an billigen Armeerucksäcken oft. Die Schultergurte sind bei manchen Armeerucksäcken etwas zu kurz angelegt, weil sie nicht auf dicke Daunenjacken und Ähnliches ausgelegt sind. Andere haben zu dünne Schultergurte, die bei schwerem Gewicht einschneiden. Bessere Armee-Rucksäcke haben jedoch gepolsterte oder sogar extra stark gepolsterte Schultergurte. Auch Hüftgurte und zusätzliche Brustgurt sind bei besseren Modellen eine Selbstverständlichkeit.

Bei einigen billigen Armeerucksäcken sind die Schnallen schlecht gearbeitet. Meistens sind sie aber sehr robust. Bei manchen Camouflage- oder Bundeswehr-Rucksäcken ist der innen liegende Hauptteil mit einer Schnürung versehen. Er ist daher flexibel zuziehbar und dem Rucksackinhalt anpassbar. Darüber liegt eine Stoff-Flappe, die mit Gurten aus Leder oder robustem Gewebe festzurrbar ist. Die Gurte sind mit diversen Löchern versehen, sodass man gegebenenfalls eine Isomatte oder Jacke unter die Rucksackflappe schieben könnte. So kann das Rucksackvolumen auch bei kleineren Camouflage-Modellen leicht nach außen hin erweitert werden.

Der Tragekomfort von Armeerucksäcken

Tragekomfort ist bei der Bundeswehr und anderen Kampfverbänden natürlich auch ein wichtiges Thema. Die Hüftgurte an vollgepackten und größeren Rucksäcken sorgen dafür, dass die getragene Last am Körper nicht verrutscht. Mithilfe eines Lastkontrollriemens kann das geschulterte Gewicht verlagert werden. Seitliche Kompressionsriemen sind meist an wandertauglichen Armeerucksäcken zu finden. Wenn die Rucksäcke nicht voll bepackt wurden, kann man seinen Armeerucksack mit dem Kompressionsriemen etwas zusammenschnüren. Er sitzt dann besser und der Inhalt rutscht nicht unkontrolliert herum.

Bei den Rückensystemen unterscheiden die Hersteller Rucksäcke mit Gestell von jenen ohne. Das Gestell schafft einen kleinen Spalt zwischen dem Rücken und dem Rucksack. Diese Variante beinhaltet ein Ventilationsnetz, das für Belüftung am Rücken sorgt. Beim Kontaktrückensystem liegt der Armeerucksack dicht am Rücken an und eine Belüftung ist nicht vorgesehen. Beim Armeerucksack mit Gestell und Ventilationsnetz ist die Luftzirkulation gut, aber das Rucksackgewicht zieht etwas mehr nach hinten. Beim Kontaktrücken ist die Luftzirkulation schlechter, aber das getragene Gewicht liegt nahe am Körper und ist somit bequemer zu tragen. Diese Rucksackform findet sich oft bei den kleinen und mittelgroßen Camouflage-Rucksäcken. Der Träger kann durch geschickte Lastenverteilung für ein angenehmes Tragegefühl sorgen, aber Schwitzen am Rücken ist an warmen Tagen unvermeidlich.